Greifen für die Kreislaufwirtschaft
Zimmer Group unterstützt BHV‑Automation beim vollautomatischen Paletten‑Recycling
Europaletten sind in der Intralogistik ein zentrales und zugleich sicherheitsrelevantes Werkstück. Wackelige oder kaputte Paletten können im ungünstigsten Fall zu Sachschäden oder Personenschäden führen. Gleichzeitig stellen Paletten einen relevanten Kostenfaktor dar: Je nach Ausführung und Marktumfeld liegen die Kosten für neue Paletten typischerweise zwischen 5 und 25 Euro pro Stück.
In der holzverarbeitenden Industrie wächst daher der Bedarf an Lösungen, die gebrauchte Paletten nicht nur prüfen, sondern automatisiert in verwertbare Komponenten überführen. Automatisierung bedeutet in diesem Kontext nicht nur eine Effizienzsteigerung, sondern ist der konsequente nächste Schritt hin zur industriellen Kreislaufwirtschaft.
Die Aufgabe: Vollautomatische Demontage
Für den Sondermaschinenbau hat BHV-Automation ein robotergestütztes Paletten-Sägesystem entwickelt, das gebrauchte Paletten eigenständig erkennt, analysiert und präzise zerlegt, ohne dass manuelle Einstellungen erforderlich sind. Im Zentrum der Entwicklung standen daher Industrierobotik für sicheres Handling, eine speziell entwickelte Sägeeinheit sowie eine intelligente Software/KI, die den Prozess dynamisch steuert.
Die Software analysiert Abmessungen, Bauhöhe und Deckausrichtung, wählt automatisch das passende Sägeprogramm (2–5 Lagen) und passt den Ablauf an – auch bei zufälliger Palettenabfolge und wechselnden Zuständen. Zukünftig kommt mit I-Pal_Inspekt eine berührungslose Paletten-Integritätsprüfung zum Einsatz: Zwei Scan-Türme mit 3D-Kameras prüfen Oberseite, Seiten, Unterseite und Innenseiten. Die Bedienung erfolgt über ein Touchpanel im Schaltschrank.
Von Beginn an wurden deshalb klare Anforderungen an die Gesamtlösung gestellt: Der Prozess sollte vollständig ohne Bedienereingriffe ablaufen, inklusive automatischer Programmwahl und kontinuierlicher Prozessüberwachung. Gleichzeitig wurde eine gleichbleibende, reproduzierbare Bearbeitungsqualität gefordert, um das Ergebnis unabhängig von Bediener, Schicht und Palettenzustand zu standardisieren. Ebenso entscheidend waren eine hohe Prozesssicherheit und die Möglichkeit, das System entweder als Standalone-Anlage zu betreiben oder linienkompatibel in bestehende Sortier- und Reparaturlinien zu integrieren. Da in der Praxis unterschiedliche Formate verarbeitet werden müssen, musste die Anlage Paletten im Bereich von 800 bis 1.400 mm zuverlässig handhaben können. Schließlich galt es, ein robustes Handling sicherzustellen, das auch bei starker Verschmutzung und hoher mechanischer Belastung im realen Recycling-Alltag stabil und ausfallsicher funktioniert.
Hohe Greifkraft mit der Serie GPP5000
In dieser Anwendung übernimmt der Greifer eine zentrale Rolle: Er greift die Palette im Prozess zuverlässig, positioniert sie sicher für die Bearbeitung und ermöglicht so die kontrollierte Demontage beschädigter Paletten, um wiederverwendbare Komponenten zurückzugewinnen.
BHV-Automation setzt hierfür auf die Premium-Greiferserie GPP5000 aus dem Hause der Zimmer Group. Der Greifer ist für die rauen Bedingungen im Paletten-Recycling prädestiniert. Verschmutzung, Staub, Spritzwasser sowie mechanische Lastspitzen sind keine Ausnahme, sondern Teil des Normalbetriebs. Genau hier entscheidet sich in der Praxis, ob Roboterzellen dauerhaft stabil laufen oder ob Stillstände und Nacharbeit die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen.
Für BHV‑Automation standen vor allem drei Eigenschaften im Vordergrund:
- hohe Leistungsfähigkeit durch die patentierte Stahl‑auf‑Stahl‑Führung
- Schutz gegen Staub und Spritzwasser bereits im Standard – ein wesentlicher Faktor in verschmutzungsintensiven Anwendungen
- hohe Greifkraft beim Schließen für sicheres Handling auch bei variierenden Palettenzuständen
Gerade die Kombination aus robuster Mechanik und prozesssicherem Greifen ist in der Recyclinganwendung entscheidend: Die Belastung auf den Greifer ist hoch, die Umgebung rau – und dennoch muss der Griff wiederholgenau und zuverlässig funktionieren, um den automatisierten Sägevorgang stabil zu halten.
Die Zimmer Group ist dabei weit mehr als Komponentenlieferant und unterstützte zudem als Partner bei der Auslegung der erforderlichen Komponenten für den Prozess. Im Projektverlauf sind eine kompetente Beratung, schnelle Reaktionszeiten, kurze Lieferzeiten und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend, damit aus einer guten Idee eine produktionsreife, skalierbare Lösung wird.
Reproduzierbare Qualität, hohe Sicherheit und messbare Produktivität
Das System von BHV‑Automation zeigt, wie sich industrielle 3D-Bildverarbeitungstechnik, Robotik und robuste Greiftechnik zu einem industrietauglichen Gesamtkonzept verbinden lassen. Für Betreiber ergeben sich klare Vorteile:
Für Bediener:
- keine manuelle Handhabung mehr notwendig
- automatisierte Parametrierung
- sicheres Handling mit Abstand zu Sägeblättern
- automatische Programmwahl/Prozessüberwachung
- Reduzierung des Personaleinsatzes um 80%
Vorteile für Unternehmen:
- reduzierter Personalbedarf
- gleichbleibende Qualität – unabhängig vom Bediener
- modular erweiterbar und linienkompatibel
- hohe Prozesssicherheit und Skalierbarkeit
Auch die Taktleistung unterstreicht den industriellen Anspruch: Pro Sägeschnitt werden rund fünf Sekunden erreicht. Damit wird aus Paletten-Recycling ein reproduzierbarer, planbarer Prozess mit maximaler Wertschöpfung durch präzise Zerlegung und nahtlose Rückführung wiederverwendbarer Komponenten.
Fazit
Damit Paletten-Recycling von der Werkstattlogik zur industriellen Kreislaufwirtschaft wird, braucht es neben hochmoderner Vermessungstechnik und Robotik vor allem prozesssicheres Greifen. Mit der Serie GPP5000 liefert die Zimmer Group die robuste Basis, damit die automatisierte Demontage auch bei Verschmutzung und Lastspitzen zuverlässig funktioniert.




